Segeln in der Vergangenheit Seit nun zwei Monaten sind wir in Micronesien, der Inselwelt der Caroline Islands. Was für ein Anblick! Die Schönheit der paradiesischen Inseln mit weißem  Sand, blauem Wasser, Kokospalmen, Hummer, Krabben (na ja, die übliche Liste eben ...), und die Geschichte .... Die Eingeborenen der Inseln des Nordpazifiks.  Segelkanus reisen immer noch hunderte von Meilen durchs Meer und finden ihren Weg, nur mit  Hilfe der Sterne, Wellen, Seevögel ...  Nach einer 5-tägigen Überfahrt von Pohnpei fällt unser Anker in das Azurblau der Lagune von Puluwat. Hier sind wir zurückversetzt in das Zeitalter der großen  Entdecker. Ja, so muss es ausgesehen haben. Schüchterne, halb nackte Gestalten huschen durch das Buschwerk. Ein Kanu wird zu Wasser gelassen und 3 in  traditioneller Kleidung gekleidete Männer nähern sich unserem Boot. Nach einem kurzen „small talk“ fordert man uns auf später ins Dorf zu kommen und uns  dem Chief vorzustellen.   Eine im Pazifik recht gewöhnliche Begrüßung. Wir machen unser Dingy fertig und bereiten eine Tasche mit Gastgeschenken vor. Tabak, Reis, Cornedbeef,  Zucker und ein Buschmesser. Wir nähern uns der Siedlung und es fallen uns die sehr großen Gebäude am Strand auf. Es sind  "Kanu Häuser". Wir nennen so  was ja Garagen...nur haben diese kein blechernes Rolltor sondern ein mit Palmblätter gedecktes Dach, das auf massiven Holzbalken ruht. 3 kleine Jungen, die  genüsslich an einem rohen Fisch nagen, erwartet uns am Strand und machen uns zu verstehen das wir ihm folgen sollen. Wir laufen durchs Dorf, dann ein Stück  durch den Busch und finden 5 Männer die an einen riesigen Baumstumpf arbeiten. Eine große Glasflasche macht die Runden, es wird geraucht und geschwatzt.  Der größte von allen wird uns als Chief Mathew vorgestellt. Er trägt einen Lendenschurz und hat einen anständigen Bierbauch. Wir stellen uns vor, erzählen von  wo wir herkommen und das wir gerne einige Tage hier in Puluwat sein wollen. Ich übergebe die mitgebrachten Geschenke einzeln und ein Murmeln und  anerkennendes Kopfnicken geht durch die Runde. Besonders das Buschmesser und das Cornedbeef wecken  die Freude in der Runde. Die  große Glasflasche  wird an mich weiter gereicht und zu meiner Überraschung füllt sich mein Mund mit einem fast schon an Sekt oder Champagner schmeckende  Flüssigkeit. Es ist  Tuba, ein aus Palmen gewonnener Wein. Man schüttelt unsere Hand und wir bekommen die Erlaubnis uns frei überall auf der Insel bewegen zu dürfen. Die  Hauptbeschäftigung der Menschen hier ist das Fischen, Landwirtschaft, Kochen, das zubereiten von "Tuba" dem Palmwein und der Kanubau.  Die einzige Form  des Transports hier ist das Kanu. Alles ist Handarbeit, es gibt keine elektrischen Werkzeuge auf der Insel. Wir verbringen drei Tage in verschiedenen Kanu-  Häusern, beobachten die verschiedenen Stadien des Kanubaus,  treffen und sprechen mit Bootsbauern, Seeleuten. Besonders interessieren uns die  Navigatoren, die noch in der Lage sind auf das offene Meer hinaus zu fahren, ohne GPS und navigieren nur mit den Sternen, Wind, Wellen und Seevögeln.  Wir lernen Rapwi kennen. Einer der letzten großen Navigators. Wir zeigen ihm das Buch von  David Lewis, (we the Navigators), er hat ihn vor Jahren kennen  gelernt und ist mit ihm gesegelt. Rapwi erklärt uns seine Sternkarten und erzählt uns von seinen Segelreisen. Er segelte 2001 im alter von 67 Jahren mit 6  Schülern auf einem 9m Sailing canoe von puluwat nach pohnpei. 537Nm gegen den Wind. Sie waren 28 auf See mit einigen zwischen Stopps auf Inseln zum  proviantieren und schlechtem Wetter. Er fragt uns, ob wir ihn nach Neuseeland mitnehmen können. Für einen Moment spiele ich mit dem Gedanken. Das wäre  ein einmaliges Erlebnis und wir könnten viel von ihm lernen. Aber unser Weg geht in die andere Richtung. Rapwi ist 78 Jahre alt aber noch recht fit.  Die Navigatoren von den einzelnen Inseln hier in den Caroline Islands versuchen sich gegenseitig zu beweisen, wer der beste und mutigste Seemann ist. Alle  Jahre wieder organisieren sie weite Reisen nach Japan, Guam oder Pohnpei. Sie segeln mit mehreren  Proas im Verbund aber jeder von ihnen will das Land  zuerst sehen. Tagtäglich ziehen früh morgens die „flying proas“ wie man sie hier nennt, an unserem Schiff vorbei. Ein sehr dekorativ bemalter 8m langer Rumpf,  der aus vielen einzelnen Holzteilen wie ein Mosaik zusammengesetzt ist, trägt eine Plattform mit einem Ausleger. Darauf steht ein kurzer Mast, der ein großes,  auf der Spitze stehendes, dreieckiges Segel trägt. Wow, wie ist das möglich" auf große Fahrt mit so einem Schiff. Offenes Deck, kein Schutz vor Wind, und  Wetter, keine Karten, kein Kompass, kein Radio. Sieben oder acht Männer in einem Boot. Tag ein Tag aus, ein Spielball der Elemente sein. Mindestens eine  Person muss dauernd lenzen. Begrenzter Stauraum für Nahrung und Wasser. Mutige Männer, können wir nur bewundern. Wir entdecken in verschiedenen  Kanuhäusern weitere Bootsbauprojekte. Der traditionelle Kanubau hat hier einen großen Stellenwert. Sogar in der Kirche findet man das Kanu.   Das meistgenutzte Werkzeug ist die Machete und eine Axt. Einige Bootsbauer haben Stechbeitel und ab und an sieht man einen Handhobel. Löcher werden mit  einer Handbohrmaschine gebohrt. Es gibt  nur eine Hand voll Bohrer.  Ich durchsuche unser Boot nach Werkzeugen die man hier gebrauchen könnte. Habe aber  nicht viel Erfolg. Auf einem Streifzug  über die Insel haben wir ein älteres Schiffswrack gesehen. Die Überreste eines Chinesischen Tunbootes. Die Edelstahl   Reling glänzt noch an Deck. Am nächsten Tag ziehen wir mit  Stromgenerator und Winkelschleifer los. Alles Brauchbare wird abgeschnitten und zu Werkzeugen  verarbeitet. So schmieden wir lange Bohrer in verschiedenen Größen und schneiden Klingen für Äxte, Stecheisen usw. Kanu Baumeister Ranold bedankt sich  herzlich bei uns und schenkt uns Schnitzereien, Bananen und eine Kokosnusskrabbe. Wir besuchen noch mal den Chief um auf Wiedersehen zu sagen und ihm  etwas Epoxy für sein Kanu zu geben. Es ist 4 Uhr am Nachmittag. Er und seine Bootsbautruppe liegen verstreut unter den Palmen am Strand. Das unfertige  Kanu  (Baumstamm) wurde heute Morgen in einer schweißtreibenden Aktion zu seinem neuen Bauplatz geschleift. Das müsste natürlich auch gefeiert werden.  Alle sind von Palmwein total betrunken. Wir hoffen das deren Kopfschmerzen am nächsten tag nicht so stark sind.   „Die Karawane zieht weiter“ eineinhalb Tage segeln und wir kommen in Satawal an. Eine Insel, die schon seit Jahren bei mir auf der Liste steht.  Interessiert man  sich für die Seefahrt/Navigation im Pazifik und den Bau der traditionellen Boote, stößt man immer wieder auf diesen Namen. Und es gibt keinen Weg drum rum.  Dort muss man hin. Es ist ein Eiland ohne schützendes Riff. Also kein Ankerplatz der guten Schutz gibt. Die Boote liegen im Schwell und es kann schon bei  wenig Wind ungemütlich werden. Die Bewohner Satawals’s ziehen ihre Schiffe immer den Strand hoch und verstauen sie im Schutz der Kanuhäuser. Satawal ist  eines der traditionsreichsten Inseln in den Micronesien. Kein Strom, Strassen weit entfernt von Lebensstil der westlichen Welt.  Man muss uns schon von weitem heran kommen gesehen haben. Unser UKW Radio fängt an zu kratzen und ein junger man Namens Jerry ruft das „weiße  Segel am Horizont“. Er fragt uns wo wir hin wollen und als wir ihm sagen,  dass wir zu ihnen kommen, ist er sehr erleichtert. Nicht viele, dieses Jahr nur 2  Yachten, halten hier an. 2 stunden später fällt unser Anker auf Korallen Grund in 12m Tiefe. Der Wind ist aus Osten mit 12 Knoten und wir liegen relativ geschützt  im Westen der Insel. Es herrscht eine große Aktivität am Strand. Kleine Auslegekanus werden zu Wasser gelassen und kurze Zeit drauf sind wir umzingelt. Auch  Jerry ist mit seinem Kanu dabei und wir laden ihn ein an Bord. Es werden Zigaretten gegen Kokosnüsse getauscht und bei einer Tasse Tea die ersten  Informationen eingeholt. Die Chiefs der Insel haben sich schon alle im Männerhaus, so werden die Kanuhäuser hier genannt, versammelt und man wartet dort  auf uns. Ein zweites Segel taucht am Horizont auf. Es ist unser Freund Ingo mit seinem Wharram Katamaran Mahuine. Er ist vom Pohnpei direkt durch gesegelt.  Wir hatten uns hier auf ein treffen verabredet. Wir warten bis er geankert hat und machen uns dann auf den Weg zum Strand.   Eine Kinderschar erwartet uns schon. „wer hat Angst vorm weißen Mann“. Einige laufen bei Blickkontakt davon, andere sind mutiger und nehmen gerne die  mitgebrachten Bonbons von uns an. Am Strand liegt eines der Hochseekanus. Zum Schutz gegen die Sonne ist es mit Palmmatten bedeckt. In einem Kanuhaus  zwischen den Palmen warten ein gutes dutzend Männer auf uns. Relaxed liegen sie auf Matten zwischen Kanus und Masten. Auch hier sind diese Häuser sehr  Massiv gebaut ca. 12m lang und 5m breit. Drei Chiefs sitzen vor uns. Einer von ihnen übernimmt das Wort und begrüßt uns in einer netten Ansprache. Sein  Name ist Franzis und wir halten ihn für den Priester der Insel weil er ein T-Shirt mit einem weißen Kreuz drauf trägt. Die anderen sind alle in freiem Oberkörper  und mit nur einem Lendenschurz gekleidet. Nur einige der Teenager tragen T-Shirts. Wir übergeben unsere  Geschenke und erhalten die Erlaubnis uns frei hier  bewegen zu dürfen. Ein kräftiger Mann namens Laurenz schaltet sich in das Gespräch ein. Er redet vom einem Landungsgeld, das hier von Yachten bezahlt  werden muss. 50 US Dollar. Das ist nichts Außergewöhnliches im Pazifik und für viele Inseln oft eine der wenigen Möglichkeiten Bargeld einzunehmen. Generell  wird zwischen der Menschen in Sachwerten und Dienstleistungen getauscht. Die Tatsache, dass wir jedoch Geschenke in einem vergleichbaren Gegenwert  mitgebracht haben und ihnen so zusagen „den Wind damit aus den Segeln genommen haben“ befreit uns von dieser Gebühr. Er fragt uns aber, ob wir mit  einigen der Männer zu einer im Norden liegenden Insel zum Fischen segeln können. Es ist die Atoll West Fayu und wir von den Bewohnern als Garten  bezeichnet. Es hat sehr viel Fisch, Seevögel, Schildkröten und man baut dort Tabak an.   Auf Satawal leben rund 500 Seelen. Man hat Gärten mit verschiedenen Kartoffelsorten, Bananenplantagen,  Palmwein aber nur ein kleines Riff. Die Männer  gehen oft sehr weit raus um Fisch zu fangen.Einmal im Monat segelt ein Kanu nach West fayu und es wird dort soviel Fisch gefangen, dass das ganze Dorf  genug hat. Alles wird geteilt. Das Versorgungsschiff, das jeden Monat aus Yap Island vorbei kommt, war schon seit 6 Monaten nicht mehr da. In Yap ist gerade  das Dengue Fieber ausgebrochen und man hat allen Schiffsverkehr zu den „outer Islands“ bis aufs weitere eingestellt. Das trifft die Leute hier hart. Es gibt seit  Monaten keinen Zucker, Mehl,  Batterie usw. mehr. Alles was nicht selbst produziert werden kann ist Mangelware. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist gut und so willigen wir ein. Ingo und wir werden früh am nächsten morgen mit je 3 Mann an Bord zu dem 50Nm  entfernten West Fayu aufbrechen. Zuvor machen wir aber eine Runde durchs Dorf und über die Insel. Franzis macht den Tourguide. Er hat das T-Shirt  ausgezogen und es stellt sich raus das er nicht der Pastor der Insel ist. Er ist ein Rhapinwoak. Das ist ein Meister der Navigation in allen Kategorien. Er segelte  1975 zur Expo nach Fukuoka und 1988 Expo nach Okinawa um dort die Satawalkanus vorzustellen. Das sind ca. 2000Nm oceancrossing in einem 30  fussoffenen  Auslegerkanu. Seine Aufgabe hier ist es die jungen Satawalesen in der traditionellen Navigation Auszubilden. In den letzten Jahren hat er 127  Studenten unterrichtet. Teilweise kommen sie aus Hawaii um die traditionelle Navigation zu lernen. Francis Haus ist aus Sperrholz gebaut und hat einen  Betonfußboden. Innen sitzt seine Tochter am Webstuhl. Sie webt „LAVA LAVA’s. Das ist eine Art Wickelrock der hier von den Frauen getragen wird. Es gibt sie in  allen vorstellbaren Farben und sie werden nicht nur als Kleidungsstück verwendet,  sondern auch als Mitgift, Zahlungsmittel oder Grabbeilage. Der Stellenwert  einer Frau wird auch an der Qualität und Geschicklichkeit der Lava Lava Herstellung gemessen. Teilweise werden die Toten mit 30-40 Lava Lava’s begraben. Wir  bleiben nicht lange in seinem Haus, denn es ist tabu für ihn, während des Tages. Nur Frauen und Kinder dürfen sich dort aufhalten. Die Frauen sind auch die  Eigentümer des Grundbesitzes. Die Männer besitzen nur eine oder mehrere Palmen zur Palmwein Herstellung, das Land auf dem die Palme steht gehört ihnen  nicht, und einen Eimer mit ihren „7 Sachen“ das sind z.B. Tabak, Taschenlampe, Bibel usw., früher war es ein geflochtener Korb. Heute ist es ein Plastikeimer der  einen wasserdichten Deckel hat. Diesen tragen die Männer immer mit sich herum. Die Männer kümmern sich um den Fischfang, Bau der Häuser und der Kanus.  Sie halten sich den ganzen Tag in den Kanuhäusern oder auch Männerhaus genannt, auf. Dort unterrichten sie ihre Söhne in Kultur und traditionellen  Handarbeiten wie das Bauen von Booten, die Herstellen von Kokosnussfaserseil und vieles mehr. Sobald die Tochter einer Familie Geschlechtsreif wird, muss  der ältere Bruder das Haus verlassen und zu den Männern ins Männerhaus gehen. Bei Abenddämmerung dürfen die Männer zurück zu ihren Häusern.   Früh morgens kommen unsere Mitsegler, Francis, Jerry und John an Bord. Körbe mit Bananen, gekochten Kartoffeln und eine Menge Trinkkokosnüsse werden  an Bord gebracht. Ganz schön viel Futter für einen 45sm Trip. Wir erfahren, dass in der Nacht ein 9m Kanu mit 11 Männern an Bord schon losgesegelt ist. Ich  habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Wir hätten sicher noch 5 Leute mehr mitnehmen können. Wind und Welle kommen aus Osten und unser Kurs ist  Nord. Ingo hat die Ankerkette schon oben und es geht los. Wir wursteln noch ein bisschen herum und dann sind wir auch soweit. Unsere Crew hat ihre Plätze  eingenommen und beobachtet alles sehr genau. Diese Fahrt wird natürlich ein Rennen, das steht für beide Skipper und Crew fest. Wir segeln aus der  Landabdeckung heraus und müssen ein Reff ins Segel binden. 12-15kn Wind, das ist das was Wakataitea liebt. Ingo liegt noch vorne aber wir holen schnell auf.  Ich frage Francis nach dem Kurs und übergebe Jerry das Ruder. Die Jungs wissen was sie tun, das sieht man sofort. Kommentare in satawalesisch machen die  Runde.  Es wird auf unser Krabbenscheren Segel gezeigt und die Ruderanlage begutachtet. Wir laufen 50 grad am Wind und die Fahrt geht richtig los. 9 Knoten  über Grund, das gefällt auch dem Satawalesen. Ingos Pahi42 wird hinter uns am Horizont kleiner. Wir öffnen etwas die Segel und lassen es ruhiger angehen.   Trotz der Wellen die gegen den Rumpf schlagen sitzen wir alle gemütlich an Deck. Jerry meint das er auf seine Kanu nun schon seit Stunden platsch nass wäre  und einer die ganze Zeit Lenzen müsste. Die drei genießen die Fahrt sehr. Es wird Tabak gekaut, geschwatzt, gefischt und geschlafen. Francis hält Ausschau  nach Seevögeln und beobachtet die Wellen und Wolken. Nach ungefähr 25sm gesegelter Strecke frage ich ihn wie weit es noch ist. Er sagt spontan das wir die  halbe strecke hinter uns haben und das wir in den nächsten 2 stunden schwarze Seevögel sehen müssten. Das ist auch so. Eine weitere Stunde später sehen  wir weiße Vögel. „Diese fliegen nicht weit weg vom Land. West Fayu ist nur noch 2 Stunden entfernt.“ sagt er. 2 Stunden später segeln wird durch den Pass in  die Lagune von West Fayu. Seine Navigation hat genau gestimmt. Er konnte die Geschwindigkeit von Boot genau schätzen und hat Abdrift und Wind genau  kalkuliert.  Wir sind beeindruckt von ihren Fähigkeiten. Sie sind beeindruckt von unserem Wharram Katamaran. Wir haben die 45sm in 5 Stunden und 30 Minuten  zurückgelegt. Das ist ein neuer Rekord für die Überfahrt von Satawal nach West Fayu,  bestätigt uns Francis. Wir kreuzen zum Ankerplatz auf und lassen den  Anker in 2m tiefes, kristallklares Wasser fallen. Eine große Schildkröte schwimmt an uns vorbei und John, der eigentlich die ganze Zeit, während der Überfahrt  geschlafen hat, ist auf einmal hellwach und will auf das arme Tier springen. Ich stoppe ihn. Schildkröten sind geschützt und nur zum ansehen...  Drüben an Land tut sich auch einiges. Ein Spiegel flackert in der Sonne und signalisiert, dass wir an Land kommen sollen. Das Kanu ist im morgengrauen  angekommen und hatte nicht so eine tolle Überfahrt. 11 Stunden haben sie gebraucht und wurden mehrmals von Gewitterwolken und viel Regen überrascht. Da  die „flying Proas“ eigentlich nicht reffen können, ist es Gewohnheit, bei zu starken andauernden Boen einfach die Segel zu bergen und ab zu warten. Sie können  den unteren Sparren mit einer art Fall anheben und bekommen dadurch eine große „Tasche“ ins Segel. Das reduziert  dann die Segelfläche, ist aber auf Dauer  zu hart für das Material (Segel). Die Insel West Fayu ist ein Vogelparadies. Seeschwalben, Möwen und Fregattvögel schwirren und unzählbarer Menge durch die  Luft, sitzen in den Büschen oder am Strand.  Sie haben keine Angst vor den Menschen und machen sogar die Anstallten auf unseren Köpfen landen zu wollen. Seit Generationen benutzen die Einwohner  von Satawal dieses Atoll als ihren Garten oder sollte man besser sagen Supermarkt. Hier gibt es alles in Hülle und Fülle. Es gibt einen großen Wassertank fürs  Trinkwasser und sogar eine kleine Kapelle. Es kann vorkommen, dass sie dort Wochen bleiben. Auf einem Streifzug über die Insel sehen wir mehrere  Tabakplantagen. Es gibt ein kleines Settelment mit Palmhäuser und einen Feuerplatz am Strand. In den Häusern sitzen einige Männer und schneiden und  trocknen Tabakblätter. Mit anderen schieben wir in vereinten Kräften das Kanu auf den Strand hinauf und in den Schatten der Palmen. Die Besatzung des Kanus  wird hier einige Wochen bleiben. Wir jedoch nur einige Tage. Mahuine mit Ingo und seiner Crew, Lorenzo, Jakob und Sofren kommen in die Lagune. Nun sind wir  komplett und verabreden am Nachmittag einen Schrochel und Sperrfisching Tour. Nicht weit von Boot entfernt ist das Innenriff. Es tummeln sich die Fische. Ein  paar kleine Haie sind auch dabei. Die Korallen sind in einwandfreiem Zustand. Selten haben wir ein so schönes Riff gesehen. Die Satawalesen sind mit Sperren  bewaffnet, Isabelle und ich habe auch die Harpunen dabei. Wir schießen einige größere Exemplare, wie Parat Fisch und Grober. Bringen sie dann immer zum  Dingi, um die Haie nicht unnötig mit unserem Fang zu reizen. John schwimmt an mir vorbei. In der Zeit in der ich 3 Fische geschossen habe, hat er 12 Treffer  gelandet. Alle hängen wie an der Wäscheleine an seinem Gürtel. Kleine, große und alle möglichen Arten. Es scheint, dass er sich keine Sorgen um die Haie  macht und alle Fischarten essbar sind. Na ja, ich kenne Segler, die haben schwere Bisswunden von Haiattacken davon getragen, weil sie auch mit den frisch  geschossenen Fischen spazieren geschwommen sind.  Der Fang des Tages ist für das Abendessen aller am Strand. Es gibt Fisch und Kokosnuss. Dazu etwas Süßkartoffeln und Yam. Der Plan für die nächsten 3 Tage ist es, soviel Fisch zu fangen wie nur möglich. Das der natürlich nicht in unseren Kühlschrank passt, muss der dann zur  Haltbarkeit vorgekocht werden. Auf die Frage hin, wieviel „viel“ Fisch ist, sagt man uns, ja, so ungefähr 300kg. Es muss genug für alle 500 Menschen auf Satawal  sein. Vorher Können sie nicht zurückkommen. Der Trupp teilt sich in Schichten zum Nachtfischen am Außenriff auf. Ich bekomme noch einige  Tauchertaschenlampen zur Reparatur vorgelegt und bei Einsetzen der Dunkelheit ziehen sie los. Francis und Laurenz bleiben bei uns an Bord und wir lernen  etwas über die Sternnavigation kennen. Gegen Mitternacht kommt der Jägertrupp zurück. Das Dingi ist voll mit Fisch. Dazu kommt noch ein Kiste mit 10 reisen  Lobstern. „Die sind nur für euch.“ sagt Jerry. Wow, 10 Lobster, super, haben wir schon lange nicht mehr gehabt. Früh am Morgen werden die Fische an Land  gebracht. Dort werden sie dann über einem rauchendem Feuer geräuchert und bleiben dort so lange bis wir abfahren.  Bei unserem Besuch am Mittag im Sattelment finden wir zwei große Schildkröten auf dem Rücken liegend am Strand. Jede hat mindestens 200kg Gewicht. Eine  wurde gestern Morgen nach dem Eierlegen am Strand gefangen, die andere war gerade auf dem Weg zum Strand. Auf unsere Frage hin, das dass doch  geschützte Tiere seien und..., antwortet man uns. „Ja, das wissen wir. Wir brauchen jedoch das Fleisch der Schildkröte zum Überleben. Es hat Proteine, die uns  Fisch nicht geben kann. Wir essen nur so viel wie wir brauchen, wir machen das seit Generationen. Es ist Teil unserer Nahrungskette und Kultur. Ohne das  Fleisch der Schildkröte werden unsere Kinder krank und bleiben schwach. Es ist für uns lebenswichtig. Diese 2 Schildkröten haben genug Fleisch, so das jede  Familie auf Satawal davon essen kann.“ Das ganze macht Sinn für uns. Ich verstehe diese Leute und ihre Bedürfnisse. Für uns ist das Leben einfach. Wir gehen  in den Supermarkt und kaufen das „Angebot der Woche“ oder das Ei von der Organikfarm. Würden wir alle so leben wie sie. Töten, jagen, aus dem Drang der  Nahrungsbeschaffung und nicht für den Export, nicht des Sportes wegen, eines Potenzmittels, Delikatesse oder Souvenirs, dann wäre die Schildkröte und viele  andere Tierarten sicher nicht in seiner Art bedroht. Man muss auch noch mal erwähnen, das viele Schildkröten in unseren Meeren daran sterben, weil sie  treibende Plastiktüten im Wasser für Seegas halten, es essen und daran elend zu Grunde gehen. Unsere „westliche Welt“ ist leider immer der Auslöser.   Auf Spaziergängen um Inseln und das nicht nur in West Fayu, sind wir immer erschrocken wie viel Plastikmüll auf den Stränden liegt. Der kommt sicher nicht von  Satawal oder irgend eine andere kleine Insel in Pazifik. Er kommt aus Ost, aus unserer Welt. Am darauf folgenden Tage wird noch mal eine Schildkröte  gefangen. Diese wird aber nicht mit nach Satawal genommen. Man tötet sie und legt sie auf dem Rücken liegend ins Feuer. So kocht sie nun für einige Stunden  in der „eigenen“ Schale / Saft. 17 Männer sitzen um das Feuer herum und einer von ihnen schneidet mit dem Messer den Bauchpanzer auf. Jedes Stück Fleisch  wird sorgfältig abgetrennt und verteilt. Innereien, Eier, Speiseröhre usw. alles wird gegessen. Besonders beliebt sind die Fettschichten, das ist das, was der Fisch  nicht hat. Zurück bleibt nur ein leerer Rückenpanzer.   Nach einigen erfolgreichen Jagdtagen ist es Zeit für die Rückreise nach Satawal. Wir merken, dass unsere Crew nicht wirklich zufrieden mit der Menge des  Fangs ist. Es wird reichen, aber es wird nicht viel für jede Familie sein.  Man hätte gerne den Platz und die Ladekapazität unseres Schiffs mehr ausgenutzt. Die  Satawal Kanus sind auf Grund der vielen Leute eh sehr beladen. Da ist dann nicht mehr viel Platz für Fisch und anderes. Die Rückfahrt ist etwas langsamer als  die Hinfahrt aber es läuft wieder gut. Bei Annäherung an die Insel hören wir das trompetenähnliche Geräusch aus einer Tritonmuschel. Das Signal für alle, dass  ein Schiff in der Anfahrt ist. Noch bevor wir den Anker geschmissen haben, sind wir wieder von kleinen Kanus umzingelt. Kinder segeln mit ihren Auslegerkanus  dicht an uns vorbei und winken uns zu. Einige größere Boote kommen um die Ladung anzunehmen. Alles geht wie von alleine. Alles ist schon organisiert. Als wir  dann später an Land gehen, begegnen wir vielen lächelnden Gesichter. Wir werden in verschiedene Häuser eingeladen und man will uns bewirten.   Hier gibt es Kochbananen, ein Stück weiter hat man Süßkartoffeln für uns gekocht und im nächsten Haus gibt es gegrillten Fisch. Man gibt uns Geschenke,  Ketten, Lava Lavas oder möchte nur unsere Hand schütteln. Man zeigt sich dankbar dafür, dass wir für sie losgesegelt sind. Dabei war es für uns ein sicher weit  größeres Erlebnis und wir sind den satawalesen dafür dankbar, uns soviel gezeigt zu haben. Am Nachmittag werden wir dann noch mal in das Männerhaus  bestellt. Die Chiefs sind alle wieder versammelt und drum herum die jungen Männer. Lorenzo hält eine Dankesansprache im Namen der Chiefs und übergibt uns  und Ingo einige Geschenke. Für jeden von uns ein Bündel 50m bestes Kokosnussfaserseil, 2 LavaLavas und eine große Bananenstaude. Jerry zeigt uns am  Abend noch das Grab von Mau Pialug. Seinem Großvater, einer Legende in der traditionellen Seefahrt des Pazifiks. Er verstarb vor 2 Jahren im hohen Alter. Wir  planen unsere Abreise für den nächsten Morgen. Die Wettervorhersage sieht gut aus. Satawal war besser als ich es mir erwartet hatte. Nie hätte ich gedacht,  dass ich in so kurzer Zeit so viel über die Menschen dort erfahren hätte. Der nächste Morgen zeigt sich sehr schwachwindig. Wir lichten die Anker und Motoren  größtenteils die 60sm bis nach Lamotrek, unserem nächsten Ziel.   Lamotrek hat einen geschützten Ankerplatz. Dicht unter Land liegen der Anker auf 6m Tiefe und wir wie im Ententeich. Wir werden von einem “neuen” Francis  begruesst. Er ist der “Spokesman” von Lamotrek und begleitet uns zum Chief. Chief Harry begrüßt uns herzlich. Er fragt uns, ob wir sein Radio reparieren  können und etwas Medizin für seine schmerzenden Gelenke haben. Kein Problem und übergeben wieder Geschenke wie Reis, Zucker und eine Taschenlampe.  Franzis geleitet uns durchs Dorf und wir sehen wieder Frauen, die Lava Lavas weben und Kanus. Lamotrek hat eine strenge Ordnung was die Kleidung angeht.  Man sieht fast keine T-Shirts oder andere westliche Kleidung. Die jungen Mädchen sind „oben ohne“ und alle tragen Lava Lavas.   Die Insel war im zweiten Weltkrieg von den Japanern besetzt. Noch heute kann man Überreste von japanischen Kampfflugzeugen sehen die damals bei einem  Angriff der Amerikaner zerstört wurden. In den nächsten Tagen hier auf Lametrek bekommen wir recht oft Besuch an Bord. Man möchte mit uns tauschen.  Bananen, Lava Lavas, Muscheln usw. gegen Taschenlampen, Batterien oder DVD’s.  Wir reparieren auch den ein oder anderen MP3 Player oder Solarzelle. Eines Morgens werden wir zu einer Testfahrt  im lakalen Kanu eingeladen. Das ist das  erste Mal das wir auf solch einem Boot mitfahren. Skipper und Crew sind die Teenager des Dorfes. Sie zeigen und erklären uns alles und machen mehrere  Manöver mit dem Boot und kreuzen durch die Lagune. Nach einigen Stunden sind wir zurück und auf die Frage, ob sie mal mit unserem Schiff mitsegeln  möchten,  nicken sie voller Begeisterung.  Am Nachmittag geht es dann los zu einer Testfahrt auf Wakataitea.   Es geht weiter Richtung Westen, 120sm bis nach Ifalik. Ein sehr geschütztes Atoll. Wieder idyllische Bilder von Segelkanus, die an uns durch die Lagune  vorbeiziehen. Wir bleiben nur zwei Nächte, wir wollen weiter nach Sorol Atol. Ein unbewohntes Atoll, das von der Ansicht auf der Seekarte viel verspricht. Nach  dem Kontakt mit all den Menschen sehnen wir uns auch nach etwas Ruhe. Sorol wird unsere letzte „einsame Insel im Pazifik sein. Danach soll es nach Yap  gehen und dann in die Philippines.   Wir wollen viel Schnorcheln, etwas am Boot arbeiten und das Erlebte Revue  passieren lassen. Die Überfahrt bringt einige „Schlaglöcher“ mit sich. Starker Wind  aus Nordost mit Sturmböen, Regen und Gewitter lassen uns die Nacht am Ruder verbringen. So sind wir heilfroh, dass wir am Nachmittag des nächsten Tages  den Anker im Schutz einer Insel schmeißen können. Ingo ist wieder mit dabei und wir alle genießen die Ruhe. Vor 12 Jahren noch haben hier auf der Insel  Menschen gelebt. Laut Reiseführer soll es noch die Überreste eines Dorfes und einen Wassertank geben.  Die Bevölkerung ist aus Angst und Aberglaube von  der Insel geflohen. Man hatte übergroße Eidechsen entdeckt und geglaubt, dass dies  das Zauberwerk einer Hexe gewesen sein.   Die Eidechsen sind immer noch hier. Ca 1m lang aber sehen sehr harmlos aus. Das Innere der Insel ist total überwuchert. Mit dem Buschmesser schneiden wir  uns einen Pfad durch das Gebüsch. Dschungelgeräusche, Rascheln und ab und an eine Kokosnuss die vom Baum fällt. Sehr gespenstig. Dann finden wir das  bzw. die Überreste des Dorfes. Zusammengefallene Holzhäuser, der Rest eines Generators des  Hauses und den Wassertank. Einsame Insel mit Kokospalmen,  viel Riff zum Fischen und ein Trinkwassertank. Das lädt ein zu Bleiben.  Es wimmelt hier auch von Schildkröten, die sich im Wasser paaren oder nur so vorbei schwimmen. Diese lassen wir aber diesmal in Frieden. Das Schnorcheln  und der Fischreichtum ist sogar noch besser als auf West Fayu. Direkt vom Boot aus springen wir in ein Aquarium und Frischfisch Supermarkt.  Die Wettervorhersage verspricht für die nächsten 5 Tage 20-25 knoten wind und 3m Wellen draußen auf See. Also kein Stress. Wir liegen hier sicher und haben  alles was wir brauchen. Nach ein paar Tagen Nichts tun zieht es uns auf Erkundungstrip um die Insel. Wir wollen auf der Luvseite der Insel nach Treibgut sehen.  Oft findet man dort Bojen oder Fender, vielleicht was, was man gebrauchen kann. Wir schleppen uns mühsam in der Mittagssonne durch den tiefen Sand und  entdecken auf einmal etwas am Horizont. Ein Boot, eine Yacht. Sieht aus als ob die dort geankert hat. Hier? Im Innenriff? Und wie sind die dort hingekommen.  Laut Karte gibt es keinen Durchgang der Tief genug ist. Wir kommen näher und das Bild wird klarer. Es ist eine Motoryacht die mit dem Bug voran auf dem  Strand liegt. Alles sieht noch intakt aus. Als iwr dann vor ihr stehen, sehen wir das es sich um ein Wrack handelt. Ingo klettert an Deck und Isabelle ruft mehr  oder weniger aus Verlegenheit oder Unsicherheit „HALLO, IST DA JEMAND?“ Ein bisschen stellen sich unsere Nackenhaare aber Ingo gibt Entwarnung. Das  Schiff ist leer. Keine Menschenseele an Bord. Wir entern alle das Boot und stellen schnell fest, dass es hier schon einige Monate liegen muss. Der Käse im  Kühlschrank ist schon schimmelig aber das Verpackungsdatum ist erst einige Monate alt. An Deck liegt noch das Dingi aber eine Rettungsinsel finden wir nicht.  Die Inneneinrichtung ist zum Teil vom Wasser zerstört. Auf dem Boden liegen Kleidungsstücke und Kochgeschirr verstreut. Den Schiffnamen können wir leider  nicht mehr lesen. Er ist von der Sonne total verblichen. Es gibt nur eine Registrierungs- Nummer  die noch lesbar ist. Eine Rechnung aus  einem Dutyfree Shop  in Cebu City sagt uns, dass das Boot aus den Philippines gekommen sein muss. Es wird spät am Nachmittag. Wir müssen uns auf den Rückweg machen.  Spekulationen und Fantasien schwirren durch unsere Köpfe. Für den nächsten Tag ist eine weitere Expedition geplant.  Früh morgens geht es los. Mit dabei  Werkzeug und Wasserflasche. Das soll ein langer Tag werden. Wir umrunden wieder die Insel und sind irgendwie erleichtert  das das Wrack immer noch dort ist. War also doch kein Traum. Systematisch durchsuchen wir das Schiff auf Hinweise zu Crew oder Besitzer. Vieles ist vom  Wasser zerstört. Ein I-pad schwimmt durchs Vorschiff, aus irgend einem Grund hat es den Kühlschrank aus der Wand gehauen und Lebensmittel und Bierdosen  rollen über den Boden. Beide Rümpfe sind stark am Unterwasserschiff beschädigt oder besser gesagt aufgerissen. Das muss passiert sein, als das Schiff übers  Außenriff gespült wurde. Es wird immer klarer, dass es aus den Philippines gekommen war. SanMiguel Bier und Landesflaggen von den Philippines bis nach  Neukaledonien. Und dann fällt der Groschen. Auf einer weiteren Rechnung entdeckt Isabelle einen Namen der ihr bekannt vorkommt.  Es ist ein Bootsbauer in  Neukaledonien. Er benutzt dort diese Art von Motorkatamaran um Charter in der Lagune zu machen.   Wir nehmen am nächsten Tag mit ihm via Email Kontakt auf. Er berichtet uns, dass das Boot vor 6 Monaten nach einem Motorschaden 100sm südlich von Palau  von Eigner, Crew und Skipper aufgegeben wurde. Sie wurden von einem Chinesischen Frachter abgeborgen und nach Australien gebracht. Das Schiff war kurz  vorher in der Pilippines fertig gestellt worden und war auf den Überführungstrip nach Neukaledonia. Es ist also über die Monate Richtung Osten getrieben. Hier in  dieser Region gibt es eine starke Gegenströmung  die un den Equator Richtung Osten setzt. Der Wind ist zu 80% aus Ost zu Nordost. Da war es nun. Ein  nagelneuer Totalschaden. Der Eignerverlust durch die Versicherung ersetzt bekommen und der Schrott liegt nun wieder mal auf einem schönen Strand. Wir  machen uns an die Arbeit und montieren ab was noch zu retten ist. Das Dingi ist noch ok. Salorpanele auch. Außer das VHF Radio ist alle Elektronik verwittert.  10mm Ankerkette und 2 Anker kann man auch gebrauchen. Die meisten Edelstahlteile sind schon von Rost überdeckt. Die Fenster und Lucken sind von so  billiger Qualität, dass wir die auch besser dort lassen. Wir finden noch 20 US Dollar und 2 Grosse Flaschen Whiskey. Da ist es dann. Sicher treffen wir auf  unserem Weg einen Segler der das ein oder andere Gebrauchen kann. Wir sind eh schon voll beladen und mehr Anker und Kette brauchen wir nicht. Wir haben  noch einige schoen atge auf Sorol. Es ist wirklich ein toller Fleck. Tauchen, Fische und die Strände einfach ein kleines Paradies. Wir planen aber schon unsere  Weiterreise nach Yap Island. Ein Trip von 150sm. Dort wollen wir aus Mirconesien ausklarieren. Und uns dann weiter auf den Weg zu den Philippines machen.  Yap Island, da wo das Geld auf der Strasse liegt. Steingeld. Für mich sahen die eher aus wie Mühlsteine. In Größe und Form kann das sogar hinkommen. Hier  hingegen sind es echte Zahlungsmittel die auch noch immer ihren Wert haben. Die Stadt selber ist sehr klein. Es gibt mal wieder Internet Zugang, einen kleine  Supermarkt. Post und eine Bank. Wir bleiben hier eine knappe Woche bis das Wetter für die nächsten 750sm gut aussieht. Viel gibt es nicht zu tun hier. Die  Einwohner sind sehr freundlich und ab und zu sieht man eine Frau oben ohne die Strasse kehren. Das sind dann „Gastarbeiter „ aus den „outer Inseln“. Sie  halten nichts von der Kleiderordnung der Stadt. Das Segelrevier Caroline inseln oder besser gesagt Mirconesien war einer unser Highlights in den letzten 13  Jahren unterwegs auf den Weltmeeren. Außer Ingo und seine Mahuine haben wir in dem Monaten hier keine einzige Yacht getroffen. Alles ist sehr natürlich. Die  Menschen sind interessiert und für sie ist eine Begegnung mit Fremden das gleiche Abenteuer wie für uns.  Leider werden solche Plätze auf Erden immer  weniger. Wer die Romantik des Pazifiks heute noch kennen lernen will, der sollte bald los. Der Nordpazifik hat noch viel zu bieten und seinen Charme die Südsee  hat da leider schon viele Haare gelassen.